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Brüder Kühn - Zwei Musiker spielen sich frei

DE 2019, Regie: Stephan Lamby

Kühn-Brüder beim JAZZECHO 2011 - Auszeichnung für ihr Lebenswerk - in der gläsernen Manufaktur Dresden - aufgenommen vor der Auszeichnung auf dem roter Teppich am 17.06.2011 von Hans-Joachim Maquet

 

Dokumentarisches Porträt der beiden deutschen Jazzmusiker Rolf (Jahrgang 1929) und Joachim Kühn (Jahrgang 1944), die es unabhängig voneinander zu Weltruhm gebracht haben und trotz ihres Alters immer noch auftreten. Der Film folgt im Wechsel von Archivmaterial und Begegnungen mit den Brüdern deren mal gemeinsam, mal getrennt verlaufenden Pfaden, streift die formalen Konventionen aber durch eine Rückbindung an die deutsche Geschichte wie auch an die musikalische Entwicklung der Kühns ab. Als Einlassung auf verschiedene Formen des Jazz ebenso lohnend wie als Abbild zweier höchst unterschiedlicher Musikerpersönlichkeiten.

Der Jazz-Film ist auch eine Zeitreise durch die deutsche Geschichte - aus Sicht der beiden Musiker. Er schildert die Anfänge der Kühns als Zirkusfamilie, erzählt von Kriegswirren, Joachims Flucht aus der DDR und den Karrieren der Brüder in den USA und Europa. Nicht zuletzt erzählt der Film von der liebevollen Beziehung zweier Brüder, die ihre menschliche und musikalische Freiheit genießen.

Joachim Kühn ist 1944 in Leipzig geboren und lebt heute auf Ibiza. Aus seinem Pool hat er schon lange das Wasser gelassen, weil er ohnehin nicht schwimmen geht. Auch mit 75 Jahren konzentriert er sich noch immer voll auf die Musik: "Ich versuche, alles zu eliminieren, was mich im Leben stört, diese Fliege zum Beispiel", sagt er lachend und verscheucht ein Insekt aus seinem Gesicht. Er versucht, so frei zu leben wie es irgendwie geht. Für "Katzen, Köter, Kinder, Kirche" habe er keine Zeit. Joachim Kühn ist Pianist, Saxofon spielt er außerdem, beides brillant. Er lebt ganz für die Musik - auf Tour oder zu Hause am Flügel.

Sein 15 Jahre älterer Bruder Rolf Kühn lebt in Berlin. Obwohl er am 29. September 90 Jahre alt wird, hat er nichts von seiner Neugier und seinem Ehrgeiz verloren. Wie Joachim gibt auch er ein Konzert nach dem anderen. Rolf Kühn ist als Klarinettist immer noch sehr gefragt - fast so wie Ende der 1950er-Jahre in seiner Zeit bei Benny Goodman in New York. Aber musikalisch fühlt er sich heute freier als jemals zuvor. Neben der Musik interessiert sich Rolf für Geschichte, auch für die seiner eigenen Familie. So hat er in Leipzig einen Stolperstein verlegen lassen - zum Gedenken an seine Tante, die von den Nationalsozialisten in Auschwitz getötet wurde.

 


Kurz-Informationen

Datum: 19.10.2020
Beginn: 20:00 Uhr
Ort: Kinopolis
Kategorie: Film und Jazz

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